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10. Karwendel-Berglauf in Mittenwald am 25. Juli 2010

Dauerregen im Oberen Isartal und Schneefall in den Höhenlagen
Auf Grund der extremen Wetterbedingungen ist der Karwendel-Berglauf auf einer alternativen, verkürzten Strecke zum Kranzberglauf geworden.

Die Alternative, die das Organisationsteam mit Hilfe von Marktgemeinde, Polizei und Bergwacht innerhalb von 18 Stunden aus dem Hut zauberte, verdient höchste Anerkennung. Die SportlerInnen reagierten bis auf einige Ausnahmen mit Verständnis und Lob auf die Umplanung. Der Aufwand wurde belohnt. Mit 310 Startern gab es dennoch ein Riesen-Teilnehmerfeld und viele LäuferInnen regten an, in Zukunft den schönen Kranzberglauf mit Rund 9,6 Kilometern und circa 550 Höhenmetern parallel zum Karwendel-Berglauf auszutragen.

Auch Harald, Günter und ich fanden die Alternativroute gut. Eine anspruchsvolle Strecke und ebenbürtig mit dem Karwendel-Berglauf, der natürlich mit 10,6 Kilometern Länge und 1.381 m Höhendifferenz bis zum Ziel auf 2.291 Metern zur Karwendelbahn-Bergstation Passamani schon eine andere hochalpine Herausforderung an die BergläuferInnen stellt.

BergläuferInnen werden oft als Spinner bezeichnet – spätestens, seit im Juli 2008 zwei Bergläufer bei einem Rennen auf die Zugspitze ums Leben gekommen sind. Aber nicht alle Bergläufe sind so extrem wie der auf Deutschlands höchsten Berg die Zugspitze oder der Karwendel-Lauf. Zum Beispiel der Moritzberglauf in Lauf am 1. Mai mit 10 Kilometern und
363 Höhenmetern, der Hesselberglauf in Ehingen am 6.August 2010 mit 8,5 Kilometern und 689 Höhenmetern oder der Weinberglauf in Ipsheim am 10. September 2010 mit 5,8 Kilometern und 100 Höhenmetern. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Was aber macht für mich die Faszination Berglauf aus?
Natürlich das Laufen in der weitgehend ursprünglichen Natur und die Herausforderung mit dem Berg. Eine willkommene Alternative zum manchmal tristen Trainingsalltag. Das Bergtraining ist eine optimale Möglichkeit, laufspezifische Muskelkraft zu entwickeln. Es verbessert die allgemeine Ausdauer, die Geschwindigkeit und die Lauftechnik. Außerdem macht das Laufen im hügeligen Gelände der Fränkischen Schweiz, den Alpen oder zum Beispiel im Reichswald oder am Silberbuck im Nürnberger Stadtgebiet unheimlich Spaß.

Mittenwald im Regen
Seit unserer Ankunft in Mittenwald regnet es in Strömen. Nach der tropischen Hitze der letzten Wochen haben wir mit der Wetterumstellung zu kämpfen. Der Biorhythmus spielt etwas verrückt und die Umstellung auf kühlere Temperaturen fällt dem einen oder anderen von uns schwer. In den Höhenlagen fällt Schnee und wir machen uns Gedanken, ob wir bei diesen Witterungsbedingungen überhaupt an den Start gehen sollen. Die Laufsaison ist noch lang und wir möchten uns nicht von einer Erkältung ausbremsen lassen.
Am Samstag bei der Startunterlagenausgabe erfahren wir, dass der Veranstalter auf Grund der schlechten Wetterbedingungen den 10. Karwendel-Berglauf auf einer alternativen, verkürzten Strecke austragen wird. Einerseits sind wir enttäuscht, andererseits aber auch froh, dass uns die Entscheidung abgenommen wurde.

Okay! Der Sonntag, der Tag des Rennens, begrüßt uns mit Dauerregen und kühlen Temperaturen. Glücklicherweise verabschiedet sich der Regen rechtzeitig vor dem Start und die Sonne zeigt sich sogar ab und zu.

Um 10:10 Uhr fällt der Startschuss am Obermarkt im Zentrum von Mittenwald. Nach einem kurzen Flachstück geht es
150 Höhenmeter auf einer Teerstraße bis zur Talstation der Kranzbergbahn hinauf. Ab dem Lautersee folgt profiliertes Gelände. Forst- und Wanderwege wechseln sich ab. Die letzten 1,5 Kilometer mit 250 Höhenmetern folgt die Strecke einem Wanderpfad zum Ziel, dem Kranzberg-Gipfelhaus. Günter hat einen schwarzen Tag erwischt und muss einige Streckenpassagen gehen. Harald läuft ein gutes und gleichmäßiges Rennen und zeigt, dass er voll im Saft steht. Ich laufe mein Rennen mit dem Ziel, keine Passage gehen zu müssen, was mir auch gelingt. Und bin mit dem überraschenden
3. Platz in der Altersklasse sehr zufrieden. Unser Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, haben wir leider nicht erreicht, aber auf Grund der Umstände und mentalen Vorbereitung auf den Karwendel-Lauf können wir Drei zufrieden und bei Sonnenschein den 4,5 km langen Rückweg ins Tal antreten. Für jeden Finisher gibt es ein Laufshirt von Salomon, eine Portion Nudeln mit Soße und ein Freibier in der Turnhalle. Für meinen dritten Platz in der Altersklasse erhalte ich bei der Siegerehrung eine Urkunde XXL und ein Laufshirt von Erdinger Alkoholfrei. Super, denn beide Laufshirts sind von toller Qualität und passen perfekt. Hier kann sich mancher Laufveranstalter ein Vorbild nehmen, der uns Frauen oft genug mit Finisher-Shirts in Sackform und Übergrößen beglückt.

Im nächsten Jahr planen wir erneut nach Mittenwald zu fahren, um bei hoffentlich gutem Wetter beim 11. Karwendel-Berglauf an den Start zu gehen.

(Carmen Fuhrmann)

 

TKN-Ergebnisliste

131. Platz | 19. Platz AK M50 | Harald Poppel in 01:02:30 std.
143. Platz | 20. Platz AK M50 | Günter Fuhrmann in 01:03:42 std.
  21. Platz |    3. Platz AK W50 | Carmen Fuhrmann in 01:06:31 std.
  15. Platz | Teamwertung mit Harald, Günter und Carmen in 03:12:43 std.

 

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